baraka, GAY HOMELAND FOUNDATION

PRESSEMITTEILUNG - Lang

KÖLN, den 12. Juni 2007

 

„Für das Recht auf ein Leben in Würde für alle: Homo-, Bi- und Heterosexuelle!“

Am 19. Juli erinnern baraka & GHF an schwule und lesbische Opfer des Ajatollah-Regimes in Iran

Der 19. Juli ist der Jahrestag der im Jahr 2005 durchgeführten Hinrichtung von zwei homosexuellen Jugendlichen, Mahmoud Asgari und Ayaz Marhoni, die eines Liebesverhältnisses verdächtigt und von einem Familienmitglied bei der Polizei denunziert wurden. Nachträglich verbreiteten die Behörden offizielle Informationen, wonach die zwei Jugendlichen wegen Vergewaltigung eines 13-jährigen Jungen hingerichtet worden seien. Ähnliche Anschuldigungen werden in Iran regelmäßig vorgeschoben, um einen Todesurteil gegen Homosexuelle zu rechtfertigen, denn der von der Sharia ansonsten vorgeschriebene Beweis durch vier Zeugen kann realistischerweise nicht erbracht werden.

Die zwei hingerichteten Jugendlichen sollen uns an das Schicksal von vielen unserer Brüder und Schwestern in Iran erinnern, die vom Ajatollah-Regime und seinen Todesschwadronen gefoltert und ermordet wurden. Im Iran unserer Tage erleiden Schwule und Lesben schlimmste Unterdrückung und müssen um ihr Leben fürchten, wenn sie entdeckt werden. Das islamische Regime hat einen regelrechten Krieg gegen Homosexuelle erklärt, welches in seiner Niedertracht der ethnischen Säuberung nahe kommt: speziell geschulte Agenten locken homosexuelle Männer in den Internet-Foren in die Falle. In dieser Atmosphäre ständiger Angst werden viele Homosexuelle in den Selbstmord getrieben oder lassen sich zu nicht indizierten Geschlechtsumwandlungen drängen.

Lesben werden in erster Linie als Frauen diskriminiert: sie dürfen kein selbstbestimmtes Leben führen. Werden sie verhaftet, müssen sie mit Strafen von bis zu 100 Peitschenhieben rechnen, bei mehrfacher Wiederholung mit der Todesstrafe. Demütigungen und Folter sind weit verbreitet.

Wir sollen uns daran erinnern, dass im Zeitalter der CSD Paraden und Schaum-Partys, ein großer Teil von Lesben und Schwulen vor Todesangst zittert, jeglicher Menschenwürde beraubt, und dem Feind völlig ausgeliefert. An diesem 19. Juli soll jeder von uns sich fragen, ob wir als Community genügend tun, um unsere Leute vor ihren Henkern zu retten.

Die Gay Homeland Foundation (GHF) hat bereits 2006 die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, die Deportationen von schwulen und lesbischen Asylsuchenden in die Verfolgerstaaten zu stoppen, und über die Überlassung eines Territoriums zur schwul-lesbischen Selbstverwaltung nachzudenken. Die internationale schwul-lesbische Gruppe baraka initiiert nun am 19. Juli 2007 die erste politische Demonstration in Köln, um an der Seite von GHF der schwulen und lesbischen Opfer des Ajatollah-Regimes in Iran zu gedenken.  

Die Gedenkveranstaltung findet am 19. Juli um 17:30 Uhr am Mahnmal für die lesbischen und schwulen Opfern des Nationalsozialismus am Rheinufer (an der Hohenzollernbrücke) in Köln statt.

Die Veranstaltung wird vom RUBICON, Beratungszentrum für Lesben und Schwule unterstützt.

 

 

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ANMERKUNGEN FÜR REDAKTION

1) Gay Homeland Foundation (GHF) ist eine internationale Organisation, die sich der Förderung der schwul-lesbischen nationalen Bewegung und dem kulturellen Fortschritt der schwul-lesbischen Gemeinschaft widmet. Die Foundation untersucht Möglichkeiten zur Gründung von selbstverwalteten LGBT-Siedlungen und der Organization der LGBT-Gemeinschaft in einem souveränen Völkerrechtssubjekt. Die Verwaltung befindet sich in Köln.

Weitere Informationen unter: http://gayhomeland.org

Ansprechpartner ist Viktor Zimmermann:

e-mail: viktor.zimmermann@gayhomeland.org

tel: 0221-1691810, fax: 0221-1691809

2) baraka ist eine internationale Selbstorganisations-Gruppe von schwulen, lesbischen und bisexuellen Migranten in Köln. Die Gruppe trifft sich jeden Freitag ab 18:00 im RUBICON (Rubensstr. 8-10, 50676 Köln).

Weitere Informationen unter: http://baraka-online.info

Ansprechpartner ist Jacek Marjanski:

e-mail: baraka_koeln@yahoo.de

tel: 0221-27 66 999 -88 (nur Freitags)